


Ich schreibe meistens dann, wenn ein Thema gerade sehr präsent im Feld ist und/oder ich es gerade selbst erlebt habe. Dann bin ich in der richtigen Energie, um es klar und kraftvoll widerzuspiegeln.
Es ist nun schon ein paar Tage her, doch die Nachwehen sind immer noch spürbar, weil mich dieses Thema tatsächlich mein ganzes Leben begleitet hat.
Gerade wir Frauen haben nicht gelernt – und durften es oft auch nicht –, Grenzen zu setzen. Bis hierher und nicht weiter.
Schon als kleine Mädchen wurden unsere Grenzen häufig überschritten oder gar nicht erst zugelassen. Nein sagen war nicht erwünscht. Stattdessen wurde brav gemacht, was gesagt wurde.
Übergriffigkeiten, Belästigungen und Missbrauch betreffen fast jede Frau. Was mit dem „braves Mädchen“-Syndrom begann, setzt sich leider auch in der spirituellen Arbeit fort. Auch ich habe das so gelebt – bis zum letzten Wochenende, an dem mir klar wurde: Wenn ich das weiter zulasse, werde ich daran zerbrechen.
Auch wenn ich bereits an vielen Übergriffsthemen gearbeitet hatte und mich zunehmend besser zur Wehr setzen konnte, blieb doch eine Facette bestehen.
Erst vor Kurzem beschäftigte ich mich wieder mit dem Glaubenssatz: „Wir lassen keinen zurück.“ Wir helfen allen Menschen, das Licht zu erreichen. Darüber werde ich sicher noch einmal schreiben, denn diese Sichtweise ist oft mehr schädlich als förderlich. Doch darum soll es heute nicht gehen.
Mit dieser Einstellung im Gepäck war ich für alle da. Ich half, wo ich konnte, beantwortete fleißig Fragen, gab mein Wissen weiter – zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch am Wochenende. 24/7 einsatzbereit.
Ich bekam Nachrichten und Anrufe, und weil ich nicht Nein sagen konnte, verfiel ich immer wieder in starke Schmerzphasen: Schulter- und Rückenschmerzen, heftige Migräneschübe, manchmal tagelang. Und bezahlt wurde ich dafür auch nicht immer.
Ich arbeitete zwar an mir, doch besser wurde es nicht. Denn ich wollte – oder konnte – das Grundprinzip nicht ändern. Dahinter lag ein massives kollektives Muster, das den Blick auf Erlösung und Freiheit versperrte.
Im privaten Bereich konnte ich Grenzen setzen, und das funktionierte gut. Beruflich jedoch überhaupt nicht. Ich hatte meine Klienten ja alle lieb. Ich bin doch ein Engel … muss doch helfen, immer freundlich bleiben, immer lieb und nett sein – schließlich im Auftrag des Schöpfers unterwegs.
Ich versuchte, dem gängigen Bild eines Engels zu entsprechen: Licht, Liebe, hilfsbereit, aufopfernd, sich selbst vergessend. Ein Engel eben, so wie viele ihn sich vorstellen.
Eine ziemlich verquere Ansicht – und das wurde mir nun sehr deutlich vor Augen geführt.
Als mich am Wochenende mehrere Anfragen erreichten, teilweise von Menschen, die mich zwar kannten, aber nicht bereit waren, für meine Leistung zu zahlen, platzte etwas in mir. Das Muster brach auf. Ich setzte eine klare Grenze und formulierte ein Statement, das sehr unterschiedlich aufgenommen wurde.
Ich teilte in meiner Gruppe öffentlich mit – ohne jemanden direkt anzusprechen –, dass ich das so nicht mehr mache. Die Reaktionen waren erstaunlich:
Menschen, die nicht gemeint waren, fühlten sich angesprochen. Andere entschuldigten sich sofort. Wieder andere griffen mich an. Auch langjährige Wegbegleiter fühlten sich stark getriggert. Eine bunte Mischung an Reaktionen.
Gleichzeitig gab es jene, die mir beipflichteten, weil sie sich selbst in diesem Muster wiedererkannten – und dankbar waren, es endlich sehen zu können.
Es war kein Wutausbruch. Ich blieb sachlich, aber klar – in kraftvoller Elohim-Manier. Diese Grenze steht.
Ja, ich bin heute sehr direkt, und meine Kraft schwingt deutlich mit. Weichspülen kann und will ich nicht mehr. Ich bin nicht hierhergekommen, um Menschen in ihre Größe zu begleiten, während ich meine eigene zurückhalte.
Also verzeiht bitte: Ich bin nicht mehr die kleine Sandy. Ich bin Eloha Lhèana.
Ich sage, was ich denke. Fühlt sich jemand angegriffen, darf er bei sich schauen, warum. Angreifen tue ich nicht.
Zurück zum Thema Grenzen und dem eigentlichen Kern dieses Textes.
Ich habe meine Grenze gesetzt – und sie wird nun respektiert. Doch eine Reaktion ließ mich noch tiefer schauen, denn der kollektive „Brocken“, dieser Elefant im Raum, war deutlich spürbar.
In der spirituellen Welt gilt Grenzen setzen oft als unvereinbar mit Lichtsein. Ein Lichtwesen macht so etwas nicht.
Schon länger fällt Menschen in meinem Umfeld auf, dass ich deutlich klarer geworden bin – eine „ganz schöne Krachlatte“, wie man hier sagen würde. (Ja, ich bin nicht mehr auf Weichspülkurs.)
Ich kommuniziere direkt, ehrlich und mit einer Kraft, die mich selbst manchmal überrascht. Früher war das anders – da schlief Lhèana noch in mir, Sandy war präsent.
Dieses falsche Bild von Engeln, Meistern und Lichtwesen ist der eigentliche Elefant im Raum.
Engel – ich fasse sie hier bewusst zusammen – werden oft dargestellt wie brave, süße Wesen, immer hilfsbereit, stets lächelnd, selbst wenn man ihnen in den Hintern tritt. Sie bedanken sich sogar noch dafür.
Sie sind angeblich so lichtvoll, dass sie niemals etwas „so Hartes“ tun würden wie eine klare Grenze zu setzen. Nur Licht und Liebe, rosarote Socken, kuschelige Wolken.
Sorry – diese Brille nehmen wir jetzt ab.
Ich ziehe hier gern den Vergleich mit Erzengel Michael, da meine Energie seiner sehr nahekommt.
Er trennt gnadenlos alles ab, was nicht mehr der Wahrheit und der göttlichen Ordnung entspricht. Mit seinem Schwert.
Er ist Licht und Liebe – und gleichzeitig Kraft, Stärke und ja, auch zerstörend.
Zerstörung ist kein böses Wort. Sie ist eine essentielle Kraft im Universum. Wenn das Alte nicht zerstört wird, kann nichts Neues entstehen.
Und genau das sind Engel auch.
Klare, direkte Kommunikation, ehrliche Worte, Durchsetzungskraft und klare Grenzen sind nichts Negatives. Selbst Wut ist nicht schlecht – sie kann befreiend sein. Wichtig ist nur, sie nicht gegen andere zu richten. Und das habe ich nicht getan.
Viele spirituell Wirkende glauben, es sei besser, immer weiter „am Thema zu arbeiten“, zu vergeben und dann einfach weiterzumachen. Das ist grundsätzlich nicht falsch – doch Grenzen setzen gehört ebenso dazu.
Ich hatte unzählige Male an diesem Thema gearbeitet. Doch ich ließ es weiterhin zu, dass meine Grenzen überschritten wurden.
Was nützt es, wenn ein Einbrecher in dein Haus kommt, es ausräumt und du dich ins Kämmerlein zurückziehst, um an dir zu arbeiten?
Nichts. Der Einbrecher macht einfach weiter.
Stattdessen bring ihn vor die Tür, schließ ab und mach klar: Hier nicht.
Sag: Stopp. Bis hierher und keinen Schritt weiter.
Dann – und erst dann – werden deine Grenzen respektiert.
Löse dich von der Vorstellung, dass Engel, Lichtwesen oder Lichtarbeiter einem weichgespülten Ideal entsprechen müssen. Alles ist göttlich: Macht, Kraft, Klarheit, Stärke und das konsequente Setzen deiner Grenzen und ja auch jene Kräfte, wie das Zerstören von etwas, was nicht mehr der Ordnung entspricht gehören dazu.
Und wenn du in Fülle leben und mit deinem spirituellen Wirken Geld verdienen möchtest, ist genau das unabdingbar. Sonst verschenkst du die Energie, die du für dich und dein Leben benötigst!
Brauchst du Unterstützung zur Entfesselung deiner Macht, Kraft und Stärke, dann lass es mich wissen.
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