In meinen Ausbildungen geht es nicht nur um die Entwicklung und Entfaltung deiner mitgebrachten Heiler- und medialen Fähigkeiten, sondern auch um die Verantwortung, die mit dieser Aufgabe verbunden ist.
Jeder Heiler, Energetiker, jedes Medium und jeder Therapeut oder Coach trägt eine sehr große Verantwortung seinen Klienten gegenüber. Schließlich lassen sie diesen an ihr Empfindsamstes: an ihre Seele, ihren Körper und ihren Geist.
In der Vergangenheit gab es leider unglaublich viele, die diese Gaben benutzt haben, um anderen Menschen zu schaden. Neben Ritualen, schwarzer Magie und Beschwörungen wurden ungefragt Energien geschickt, in der Aura Fremder gelesen, manipuliert und bewusst eingegriffen.
Ich habe wirklich schon alles selbst erlebt. In meiner langjährigen Erfahrung, in der ich mit meinen Gaben wirke und mit meinen Klienten arbeite, habe ich sehr vieles gesehen.
Es ist also kein Wunder, warum unsere Branche oft mit Scharlatanerie gleichgesetzt wird und manche Menschen Angst vor uns haben. Ich wünsche mir sehr, dass das, was wir Lichtwesen, Lichtarbeiter oder wie auch immer du dich nennst, mit unserem Wirken in der Gesellschaft ankommt und anerkannt wird. Wir müssen ein neues Bewusstsein und eine neue Sensibilität für dieses Thema etablieren.
Bevor du beginnst, anderen Menschen zu helfen, solltest du zumindest einen großen Teil deines eigenen Seelenfeldes geklärt haben und einen eigenen Wertekompass besitzen, der für dein Wirken gültig ist.
Ich weiß, wie es ist, wenn man beginnt zu merken, dass man unglaubliche Fähigkeiten hat. Am Anfang meines Weges ging es mir genauso. Ich wollte ausprobieren und wissen, was ich alles kann. Ich sah und kommunizierte mit sehr vielen Verstorbenen. Sie standen buchstäblich bei mir Schlange und wollten mit ihren Liebsten sprechen. Ich ließ den einen oder anderen Kontakt zu – auch mit komplett fremden Menschen. Das war eine wichtige Erfahrung.
Ich tat es jedoch nicht unkontrolliert, denn zu jeder Zeit standen mir ein oder mehrere geistige Lehrer zur Seite. Sie bremsten mich aus und korrigierten mich, bevor ich Schaden anrichten konnte. Von Anfang an hatte ich sie als Mentoren an meiner Seite. Das half mir, mögliche Fehler schon früh zu vermeiden.
Wenn du merkst, dass deine Fähigkeiten „raus wollen“, dass sie leben wollen, ist es ratsam, dir einen Mentor zu suchen, der dich – so wie meine geistigen Führer mich – führt, lehrt und gegebenenfalls korrigiert.
Nun aber zurück zur Überschrift:
Heile niemals ungefragt!
Das ist die oberste Regel für alle, die therapeutisch, energetisch oder medial wirken.
Ich möchte hier ein paar Beispiele aufzählen, die ich selbst erlebt habe und die ein absolutes No-Go sind.
1. Ungefragtes Senden von Energien
Eine typische Vorgehensweise, die tagtäglich von vielen spirituell Wirkenden praktiziert wird, ist das ungefragte Senden von Heilenergien. Ich habe das schon sehr oft gesehen.
Es gibt Gruppen, die weltweite Ereignisse beobachten und bei Unfällen, schweren Krankheiten, Verlusten oder Tragödien Energien senden, damit es den Betroffenen besser geht oder sie schneller gesund werden.
Was unter dem Deckmantel des „Gutes Tuns“ geschieht, ist jedoch nicht automatisch gut. Denn:
Erstens haben die Betroffenen nicht darum gebeten.
Zweitens wissen wir nicht, welche Aufgabe mit der Tragödie verbunden ist.
Drittens ist die Motivation oft fragwürdig.
Viele Menschen handeln aus einem starken Helferkomplex heraus – ich nenne ihn gern den „Samariter“. Dieser nährt sich nicht aus Wahrhaftigkeit, sondern oft aus tief vergrabener Schuld oder eigenen Traumata, die man über das Helfen zu kompensieren versucht.
Mit ungefragtem Senden nimmt man dem anderen seine Lernerfahrung und belastet sich selbst mit dem, was man ihm „abnehmen“ möchte.
Wenn du nicht gefragt wirst: Sende keine Energie. Niemals.
Was du allerdings immer tun kannst, ist Liebe zu senden. Diese richtet keinen Schaden an, weil es nicht in ihrer Natur liegt. Doch auch hier: Prüfe deine Motivation.
Warum willst du etwas senden?
Ist sie reinen Herzens, dann tu es.
Entspringt sie eigener Verletzung, dann lass es bitte. Denn diese Energie sendest du mit.
2. „Reinschauen“ bei anderen Menschen
Ich werde in Sitzungen oft gefragt, ob ich bei einer nicht anwesenden Person „reinschauen“ könne. Wenn ich das tue, frage ich vorher auf Seelenebene um Erlaubnis. Wenn es nicht erlaubt ist, bekomme ich meist eine hochgehaltene Hand angezeigt – und dann lasse ich es.
Wahre immer die Privatsphäre Dritter. Du möchtest doch auch nicht, dass dein Nachbar weiß, was dich innerlich bewegt. Es geht ihn schlichtweg nichts an.
Alles, was deinen Klienten betrifft und zur Lösung seiner Blockade notwendig ist, darf gesehen werden – aber nicht darüber hinaus.
Auch fremde Menschen zu scannen ist nicht in Ordnung. Ihre Persönlichkeit grob wahrzunehmen, um sie einschätzen zu können, ist etwas anderes. Doch sich in ihr Seelenfeld zu begeben, ihre Themen, Blockaden oder Geheimnisse zu erforschen, ist tabu.
Das ist eine Verletzung der Intimsphäre – und die sollte uns heilig sein.
3. Ungefragt in der Aura anderer arbeiten
Auch wenn du eine wundervolle Gabe hast und damit Wunder bewirken kannst, solltest du immer die Wünsche und Grenzen anderer respektieren.
Selbst bei Familienmitgliedern (ausgenommen deine minderjährigen Kinder) gilt: Handle nur, wenn du darum gebeten wirst.
Wir können Leid und Krankheit sehen und dürfen oft trotzdem nicht eingreifen. Warum? Weil es nicht gewollt ist.
Mit jeder Krankheit geht eine Erfahrung einher. Die Seele hat dies im Seelenplan verankert. Jede schwere Krankheit hat einen Grund – auch wenn wir ihn nicht kennen.
Solange der Betroffene nicht bereit ist hinzuschauen, dürfen wir nicht eingreifen.
Tust du es trotzdem, lädst du dir Karma auf, das du später wieder klären musst.
4. Ungefragt sagen, was du gesehen hast
Ich bin selbst lange dem Irrtum erlegen, dass ich alles, was ich sehe, auch sagen dürfe. Das war ein Fehler und kam nicht gut an.
Manchmal bekommen wir Informationen, die andere Menschen betreffen – und dürfen sie trotzdem nicht weitergeben.
Ich kann sehen, wenn Menschen sterben. Ich habe das oft lange vorher gewusst. Trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, es jemandem zu sagen. Das wäre grausam. Stell dir vor, jemand sagt dir: „Du wirst in zwei Wochen sterben.“ Was würde das mit dir machen?
Ich besitze die Gabe des Hellwissens. Ich weiß Dinge einfach, ohne vorher zu fragen. Oft habe ich etwas vorausgesehen und manchmal auch ausgesprochen (ausgenommen den Tod). Das hat mir oft Ärger eingebracht.
Heute weiß ich: Nicht alles, was ich wahrnehme, ist dafür da, weitergegeben zu werden. Manche Informationen haben keine Bedeutung für den Moment. Ich lasse sie vorbeiziehen, wenn sie mich nicht direkt betreffen.
Wenn auch du hellwissend oder hellsehend bist: Sprich nicht alles aus, was du wahrnimmst. Viele Botschaften sind keine Aufforderung zur Weitergabe, sondern offene Informationen im Feld des anderen.
Die wichtigste Regel
Die oberste Regel für Heiler, Medien, Therapeuten und energetisch Wirkende lautet:
Wahre die Privat- und Intimsphäre eines jeden Menschen.
Und heile niemals ungefragt.
Egal, welchen der genannten Punkte du missachtest: Es hat Konsequenzen für dich.
Ungefragtes Senden, Heilen und Lesen im Feld eines anderen Menschen ist übergriffig.
Das sollte dir immer bewusst sein.
Wenn du merkst, dass du auf deinem Weg Unterstützung brauchst, sei gewiss: Du musst ihn nicht allein gehen. Ich begleite Menschen seit vielen Jahren in ihre eigene Kraft und Verantwortung. Wenn du dir einen Mentor wünschst, der dich klar, direkt und gleichzeitig achtsam und respektvoll führt, bin ich gern an deiner Seite.
Bildquelle: Adobe Stock | Laura – generiert mit KI


